Dr. med. Valentin Friedmann
Ich bin Arzt – und bin selbst betroffen.
Genau deshalb beschäftige ich mich seit Jahren intensiv mit ME/CFS und Long COVID.

Über lange Zeit litt ich selbst unter schwerer körperlicher und mentaler Erschöpfung, ausgeprägtem Brain Fog und hartnäckigen Durchschlafstörungen. Rückblickend war nicht nur die Symptomlast belastend, sondern vor allem die fehlende Orientierung: unauffällige Standardbefunde, wenig greifbare Erklärungen und das Gefühl, medizinisch nicht wirklich verstanden zu werden.
Meine Geschichte begann lange vor dem Medizinstudium. Nach einem anderen beruflichen Weg war ich ehrgeizig, leistungsorientiert und gewohnt, mich durch Herausforderungen „hindurchzuarbeiten“. Mit derselben Haltung versuchte ich auch, meine Erschöpfung zu überwinden – und scheiterte. Je mehr ich tat, desto weniger ging. Erst später wurde mir klar, wie zentral Überlastung, Schlafstörungen und ein dauerhaft überreiztes Nervensystem für meinen Zustand waren.
Mit 27 Jahren entschied ich mich, Medizin zu studieren. Einerseits aus einem lang gehegten Wunsch heraus, andererseits aus der Hoffnung, meine eigene Situation besser zu verstehen. Das Studium ermöglichte mir eine gewisse Flexibilität, doch mein Zustand blieb wechselhaft: Phasen relativer Stabilität wechselten sich mit deutlichen Einbrüchen ab. Auch in dieser Zeit erlebte ich Skepsis, Fehldeutungen und das schnelle Zuschreiben psychischer Ursachen – trotz realer körperlicher Einschränkungen.
Ein schwerer Einbruch nach dem Staatsexamen markierte schließlich einen Wendepunkt. Ab diesem Zeitpunkt begann ich, systematisch nach Mustern zu suchen: in wissenschaftlichen Arbeiten, in medizinischen Leitlinien, aber auch in den Erfahrungsberichten anderer Betroffener. Ich wollte herausfinden was Menschen langfristig hilft, wieder belastbarer zu werden?
Heute spielt Erschöpfung in meinem eigenen Alltag nur noch eine untergeordnete Rolle. Das verdanke ich nicht nur Medikamenten, sondern auch einem besseren Verständnis der Erkrankung, konsequentem Energiemanagement, angepassten Routinen und einer realistischen medizinischen Einordnung.
Diese Website ist für mich ein Anfang. Ich teile hier Wissen, Gedanken und Einordnungen aus ärztlicher Perspektive – ergänzt durch eigene Erfahrung und die intensive Auseinandersetzung mit schulmedizinischen und komplementären Ansätzen. Ziel ist es, Orientierung zu geben, Zusammenhänge verständlich zu machen und einen differenzierten Blick auf eine komplexe Erkrankung zu ermöglichen.
Was du hier findest und was nicht
Ich gebe kein Heilversprechen. ME/CFS und Long COVID sind komplexe, individuelle Erkrankungen, für die es bislang keine einfache Standardtherapie gibt. Ich teile keine Patentrezepte, sondern Muster, Prinzipien und Erfahrungen, und natürlich wissenschaftliche Evidenz.
Ich schreibe als Arzt und als Mensch mit eigener Geschichte.
Mit fachlicher Sorgfalt, mit Respekt vor der Komplexität dieser Erkrankungen – und mit dem Ziel, Wissen zugänglich zu machen und Hoffnung realistisch einzuordnen.
Beruflicher und wissenschaftlicher Hintergrund
Die folgenden Stationen zeigen meinen beruflichen, wissenschaftlichen und medizinischen Weg. Sie haben meinen Blick auf komplexe Erkrankungen geprägt – von biologischen Grundlagen über systemisches Denken bis hin zur klinischen Patientenversorgung.
Seit Juni 2026 – Arzt in Weiterbildung Dermatologie
Dermatologie des Universitätsklinikums Freiburg. Tätigkeit in der klinischen und ambulanten dermatologischen Versorgung, mit besonderem Interesse an immunologischen, entzündlichen und komplexen Krankheitsbildern.
Seit März 2026 – Privatärztliche telemedizinische ME/CFS- & Long-COVID-Sprechstunde
Beratung von Menschen mit ME/CFS, Long COVID, Post-Vac-Syndrom und komplexen postinfektiösen Beschwerden – aus ärztlicher Perspektive und auf Grundlage langjähriger persönlicher und fachlicher Auseinandersetzung.
März 2025 – Februar 2026 – Arzt in Weiterbildung Orthopädie
Praxis Freiburg Orthopädie Mitte. Ambulante ärztliche Tätigkeit mit Schwerpunkt auf muskuloskelettalen Beschwerden, manueller Medizin, Triggerpunktakupunktur und funktionellen Zusammenhängen des Bewegungsapparates.
März 2024 – Februar 2025 – Arzt in Weiterbildung Innere Medizin
Josephskrankenhaus Freiburg / Artemed Klinikgruppe Freiburg. Ärztliche Weiterbildung in der stationären internistischen Versorgung, Akutmedizin und im Umgang mit komplexen internistischen Krankheitsbildern.
Oktober 2019 – Oktober 2023 – Promotion in der Neurologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Neurozentrum. Dissertation zur Charakteristika der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale im Rahmen der Levodopa-Response bei Parkinson-Erkrankung. Doktorvater: Prof. Dr. Michel Rijntjes.
Oktober 2018 – Januar 2024 – Studium der Humanmedizin
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Abschluss mit Staatsexamen. Während des Studiums sammelte ich praktische Erfahrungen durch Pflegepraktika, Famulaturen und das Praktische Jahr.
August 2015 – Juli 2018 – Klimapolitikberatung
Januar 2015 – Juli 2015 – Freiwilligendienst in Delhi, Indien
Juli 2014 – Januar 2015 – Praktikum im ESG-Research
Oktober 2012 – Oktober 2015 – Masterstudium Finanzwissenschaften
Oktober 2012 – Mai 2014 – Werkstudent bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau
Oktober 2009 – Oktober 2012 – Bachelorstudium Biologie
